Aus Lindenhof wird Eichengut

Mit dem Umzug des Landwirtschafts-, Pferdesport- und Weinbaubetriebs Lindenhof in das Eichengut und der Integration der Weinproduktion, welche bis heute unter dem Namen "Die3" betrieben wird, entsteht eine einzigartige Kombination an einem idealen Standort. Der Landwirtschaftsbetrieb Lindenhof zieht in 18 Monaten (ab September) samt Reitsportanlage in das rund ein Kilometer südlich gelegene Eichengut um. Auf einer Fläche von rund 18'000 Quadratmetern entsteht der einzige Kombibetrieb dieser Grössenordnung im Kanton. Nebst der Sparte Landwirtschaft mit Futter- und Ackerbau sowie Rindermast und der Reitsportanlage mit Pferdepension sowie Ausbildung von Pferd und Reiter wird am neuen Standort als dritte Betriebssäule neu auch der Weinbau mit Eigenkelterung und Besenbeiz integriert.

Win-Win-Situation

«Mit dieser Kombi-Lösung schaffen wir auf jeder Ebene eine Win-Win-Situation», ist Bauherr Philipp Zindel überzeugt. «Nicht nur von den Betriebsabläufen her, sondern auch hinsichtlich des neuen Standorts, der am Rande der Rebzone liegt und vom Dorf aus dennoch problemlos zu Fuss oder auch mit dem Velo zu erreichen ist.» Diese Erreichbarkeit ist ihm wichtig, weil er möchte, dass die Bevölkerung im Konzept integriert wird – sei es bei einem Spaziergang zu einem gemütlichen Glas Wein oder zum Hofladen mit einheimischen Produkten oder bei einem Familienbesuch des Hofes, wo nebst den Pferden und Kühen viele weitere Tiere, wie Hühner, Esel, Schafe und Ziegen, besichtigt werden können. «Auf meinem Betrieb sehe ich gerne aufgestellte Menschen, das Eichengut soll leben.»

Umfassendes Raumprogramm

Ein grosser Pluspunkt ist am neuen Standort laut Zindel zudem die direkte Zufahrt ab Landstrasse. «Dadurch wird die Pardellgasse vom Verkehr entlastet. Und: Unter der Reithalle entsteht eine grosse Tiefgarage, welche direkt von dieser Zufahrtstrasse aus bedient werden kann.» Nebst dieser Tiefgarage und einer 25 x 60 Meter grossen Reithalle umfasst der Betrieb auch eine grosszügige Führanlage mit integriertem Longier-Zirkel, einen 30 x 60 Meter grossen Aussenplatz sowie einen Pferdestall mit geräumigen Auslaufboxen zu je 4 x 4 m und grosszügige, festeingezäunte Weideflächen. Ein Rindviehstall mit neuer Siloanlage sowie Futter- und Strohlager bietet Platz für 260 Masttiere. Vervollständigt wird der Eichengut-Betrieb mit dem Weinhaus, wo der Barriquekeller sowie der Degustationsraum und die Besenbeiz untergebracht sind. Daneben entsteht ein Wohnhaus für Betriebsangestellte. Eine Win-Win-Situation ergibt sich aber auch deshalb, weil durch den Wegzug des Landwirtschaftsbetriebs beim Lindenhof an bevorzugter Lage viel neues Bauland geschaffen werden kann. Nicht unerwähnt bleiben darf die Solaranlage, welche auf den grossen Dachflächen teilweise vom jetzigen Standort umgezogen und teilweise mit neuen Modulen ergänzt wird. Die heutige Leistung von 330 Kilowatt wird auf 1 Megawatt verdreifacht, was das Solarkraftwerk zum Leistungsstärksten der Umgebung macht.

Baustart im Herbst

Im kommenden September ist der Spatenstich für das Projekt vorgesehen. Zindel rechnet mit einer Bauzeit von rund 18 Monaten. Ab 2022 erfolgt der Rückbau der Lindenhof-Liegenschaften. Auf dem Areal, welches über einen bereits genehmigten Quartierplan mit Vorprojekt verfügt, sollen rund 80 neue Wohnungen entstehen (P&H berichtete). Auch hier möchte Zindel noch «einen Fuss in der Türe» haben, wie er unmissverständlich zu verstehen gibt: «Ich möchte nicht, dass an dieser zentrumsnahen Lage ein unpassendes Projekt realisiert wird, sondern dass dieses mit dem Charakter von Maienfeld harmoniert.» Durch wen oder welche Baugesellschaft das Projekt umgesetzt wird, steht im Moment noch nicht fest.

Eichengut Maienfeld